Die Vorgänger
"Der Schatten des Windes" und
"Das Spiel des Engels" habe ich beide verschlungen, sie waren einfach großartig geschrieben. Auch bei "Der Gefangene des Himmels" entführt der Autor den Leser in sein düsteres Barcelona in den 1950iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ebenso spielt der Friedhof der vergessenen Bücher wieder eine Rolle.
Im Mittelpunkt der Handlung steht diesmal Fermin, der Freund des jungen Buchhändlers Daniel Sempere, Hauptdarsteller aus
"Der Schatten des Windes" und David Martin, Protagonist aus
"Das Spiel des Engels". Fermin wird verhaftet und freundet sich im Gefängnis mit David Martin an, der inzwischen verrückt geworden zu sein scheint. Drangsaliert werden die Insassen vom prestigesüchtigen Direktor des Gefängnisses, Valls. Nach und nach erfährt man, dass Daniels Mutter Isabella, die Isabella von David Martin aus dem "Spiel des Engels" ist. Der Direktor scheint ein Auge auf Isabella, die inzwischen mit Daniels Vater verheiratet ist, geworfen zu haben. Fermin erzählt Daniel die Geschichte seiner Haft und seiner Flucht und seiner Verbindung zu David Martin und den anderen Zellengenossen und warum er der Freund von Daniel geworden ist.
Ich fand es diesmal schwierig mich in den Stil des Autors einzulesen. Nach den ersten 100 Seiten hatte ich mich endlich eingewöhnt. Die Handlung nimmt nur langsam Fahrt auf und tröpfelt eher vor sich hin. Die Spannung baut sich erst im letzten Drittel des Buches auf aber führt zu keinem zufriedenstellenden Abschluss, da die Handlungsstrenge einfach fallen gelassen werden und der Leser mit einer Fortsetzung geködert wird.
Der Gefangene des Himmels ist eine leichte Lektüre für verschneite Winterabende, hat für mich aber einen schalen Beigeschmack und kann seinen beiden Vorgängern nicht das Wasser reichen